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Regionalität

Guido Fritz
Guido Fritz Präsident & Gründer der ChefHeads

Unter ‚Regionalen Produkten‘ werden in erster Linie frisches Obst oder Gemüse aus der Umgebung verstanden. Auch Eier, Fleisch und Genussmittel wie Wein sind als regionale Produkte erhältlich. Der Begriff der Region kann je nach Produkt entsprechend weiter oder enger gefasst werden. Regionale Produkte erfahren beim Verbraucher eine steigende Wertschätzung. Die Gründe dafür sind unterschiedlicher Art: Qualität an erster Stelle, aber auch Umweltschutz, Transparenz und Unterstützung der heimischen Wirtschaft wird regionalen Produkten zugute gehalten. Aber: Regional ist nicht immer Öko, Öko ist nicht immer regional.

Genauso, wie der Bioapfel im Supermarkt aus Australien stammen kann, dürfen konventionell erzeugte Produkte als „regional" vermarktet werden. Denn per Definition werden regionale Lebensmittel lediglich möglichst nah am Verkaufs- und Verbrauchsort produziert und verarbeitet. Dazu kommt eine verwirrende Vielzahl von Herkunfts- und Qualitätsangaben, die ihren eigentlichen Zweck, Orientierung zu geben, nicht immer erfüllen: Allein auf EU-Ebene gibt es drei Gütesiegel.

So kann der Allgäuer Emmentaler das Logo „geschützte Ursprungsbezeichnung" tragen, der Nürnberger Lebkuchen ist eine „geschützte geografische Angabe", Mozzarella oder Serrano-Schinken bekommen das Zeichen für eine „garantiert traditionelle Spezialität".
Auch auf nationaler Ebene ist das Bild eher diffus. Derzeit gibt es in Deutschland 14 Länderzeichen in zehn Bundesländern – von der „Ökoqualität Bayern" über die „Geprüfte Qualität Hessen" zur „Bewährten Qualität Sachsen". An dieser Stelle setzt der Bundesverband der Verbraucherzentralen an. Er beanstandet, dass Angaben oftmals nicht eindeutig sind, wenig Aussagekraft haben oder nicht halten, was sie versprechen. Selbst bei öffentlich mitfinanzierten Programmen sei die regionale Herkunft der Produkte nicht immer sichergestellt. In Schleswig-Holstein und Thüringen etwa müssen verarbeitete Produkte nur zur Hälfte aus regionalen Zutaten bestehen. Die Verbraucherschützer fordern daher klare, bundesweit vereinheitlichte Regeln und einen gesetzlichen Rahmen für derartige Kennzeichnungen, „um Täuschungen und Irreführungen zu vermeiden und Verbrauchern eine bewusste Kaufentscheidung für regionale Lebensmittel zu ermöglichen". In der EU gibt es Pläne, regionale Produkte gezielter zu kennzeichnen – bis hin zum Bauernhof, von dem sie stammen. Und das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz tritt dafür ein, die Unterscheidung zwischen Ursprungs- und Verarbeitungsort zu verbessern, um mehr Transparenz zu ermöglichen.

Großes Potenzial liegt in der Kombination von regionaler mit ökologischer Produktion. Regional und nachhaltig – ist das also die Erfolgsformel für die Gastronomie und den Handel? Mit wachsendem Interesse auf Kundenseite und steigendem Nachfragedruck ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis sich dies ändert.

Es liegt an uns.

Guido Fritz
Präsident & Gründer
ChefHeads-Club der Küchenchefs

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